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September 2, 2026

Klimapakt: Ein Instrument zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Kommunen

Der Klimapakt ist weit mehr als nur ein Maßnahmenpaket – er hilft den Kommunen dabei, ihre Energie- und Klimawende langfristig zu gestalten. Als Klimaberater von neun luxemburgischen Gemeinden unterstützt LSC360 diese bei der Entwicklung von Strategien, die auf ihre spezifischen Gegebenheiten zugeschnitten sind, wobei auf ein breites Spektrum an Fachwissen zurückgegriffen und lokale Akteure einbezogen werden. Von der Prävention von Klimarisiken bis hin zur Entwicklung der Energieautarkie bleibt das Ziel dasselbe: Gemeinschaften aufzubauen, die besser auf die Herausforderungen von heute und morgen vorbereitet sind. Tina Bayart, Carolina Da Cruz und Carine Kolber – Projektmanagerin, technische Koordinatorin des Klimapakts bzw. Klimaberaterin und Generalsekretärin der Gruppe – erläutern dies.

Maßgeschneiderte Unterstützung

Während der Klimapakt manchmal als eine Reihe von Zielen oder als Maßnahmenkatalog wahrgenommen wird, betonen die Teams von LSC360, dass es sich dabei vor allem um ein echtes Steuerungsinstrument handelt. Dies ermöglicht es den Kommunalverwaltungen, ihre Energie- und Klimawende zu strukturieren und dabei die Ziele des Integrierten Nationalen Energie- und Klimaplans (PNEC) zu berücksichtigen. Der vom zuständigen Ministerium und der Klima-Agence auf der Grundlage des Rahmens des European Energy Award (EEA) entwickelte Klimapakt dient somit als Leitprinzip, um die Kommunalverwaltungen bei ihrer Transformation zu unterstützen. LSC360 unterstützt derzeit im Rahmen des Klimapakts neun luxemburgische Gemeinden als Berater. Diese Expertise erstreckt sich auch auf andere Kommunalverwaltungen durch spezifische Projekte mit den Schwerpunkten energetische Sanierung, Kreislaufwirtschaft, Klimaresilienz und Raumplanung. „Unsere Arbeit beginnt immer mit einer umfassenden Bestandsaufnahme der Gemeinde. Zuallererst müssen wir verstehen, wo die Gemeinde steht, um sie später effektiver beraten zu können. Dies umfasst die Bereiche Energie, Mobilität, Biodiversität, Kommunikation und Bürgerbeteiligung. Diese Selbsteinschätzung ermöglicht es uns dann, Prioritäten zu definieren und einen schlüssigen Fahrplan zu erstellen“, betont Carolina Da Cruz. Diese erste Bestandsaufnahme dient als Grundlage, um die relevantesten Handlungshebel zu identifizieren und eine auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnittene Strategie zu entwickeln, da keine zwei Gemeinden gleich sind. Die Verwaltungsorganisation, die Einbindung gewählter Vertreter, die Arbeitsweise der Fachämter, das bürgerschaftliche Engagement und geografische Gegebenheiten sind allesamt Faktoren, die den Ansatz des Klimapakts unmittelbar beeinflussen. So konzentrieren sich beispielsweise einige Kommunen auf die Begrünung öffentlicher Räume, während andere den Schwerpunkt auf Mobilitätsfragen oder den Hochwasserschutz legen. „Diese Vielfalt ist eine Stärke, die einen maßgeschneiderten Ansatz erfordert und keine Einheitslösung“, erklärt Carine Kolber.

Ein bereichsübergreifender Ansatz zur Unterstützung der Kommunen

Die Rolle des Klimaberaters besteht vor allem darin, Initiativen zu koordinieren und das erforderliche Fachwissen zu mobilisieren. Wenn ein Projekt spezifisches Fachwissen erfordert, können die Spezialisten von LSC360 einspringen: Raumplanung, Verkehr, Energieeffizienz, Landschaftsarchitektur, Kreislaufwirtschaft oder sogar Regionalentwicklung. Diese Struktur ermöglicht es der Organisation, den Kommunen umfassende Unterstützung anzubieten, anstatt jedes Thema isoliert anzugehen. Mobilität, Energie, Biodiversität und Raumplanung sind eng miteinander verknüpft. Indem wir sie in einen gemeinsamen Ansatz integrieren, können wir Strategien entwickeln, die kohärenter, effektiver und besser auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnitten sind“, erklärt Carine Kolber.

Vorausschauend handeln statt nur zu reagieren

Vor dem Hintergrund, dass extreme Wetterereignisse immer häufiger auftreten und einen Paradigmenwechsel erzwingen, bedeutet Resilienz nicht mehr nur, zu reagieren, wenn eine Katastrophe eintritt, sondern die lokalen Gebiete darauf vorzubereiten, die Auswirkungen auf die Umwelt und die Bevölkerung zu begrenzen. Die Überschwemmungen von 2021 beispielsweise hatten tiefgreifende Auswirkungen auf die luxemburgischen Kommunen und haben das Bewusstsein für dieses Thema geschärft. „Die Kommunen haben ihre Anfälligkeit erkannt. Seitdem haben sich in bestimmten Gebieten mehrere solcher Ereignisse wiederholt, und dieses Thema ist nun vollständig in die Planungsüberlegungen integriert“, stellt Tina Bayart fest. Die Lösungen beruhen auf einem besseren Wassermanagement bereits in der Planungsphase öffentlicher Räume: Verringerung der Bodenversiegelung, Schaffung von Rückhaltebecken, Erhaltung natürlicher Auen und Renaturierung von Wasserläufen, um dem Wasser mehr Raum zu geben, anstatt es systematisch zu kanalisieren. Auch bei der Bekämpfung von Wärmeinseln verfolgen Experten denselben präventiven Ansatz. Das Pflanzen von Bäumen, die für das zukünftige Klima geeignet sind, die Schaffung von Grünflächen, die Begrünung von Gebäuden oder die bevorzugte Verwendung von Materialien, die die Wärmeentwicklung begrenzen, gehören mittlerweile zu den Standardmaßnahmen, die in neue Bauprojekte einfließen müssen. „Es ist immer einfacher und kostengünstiger, Probleme zu verhindern, als sie später beheben zu müssen“, betont Tina Bayart.

Stärkung der energetischen Resilienz der Regionen

Die Energiekrise infolge des Krieges in der Ukraine hat zudem deutlich gemacht, wie wichtig es ist, die Resilienz der Regionen zu stärken. „Die Herausforderung geht weit über eine bloße Verbrauchsreduzierung hinaus, denn das vorrangige Ziel ist es, die Kontinuität lebenswichtiger Dienste im Falle einer größeren Störung sicherzustellen: Abfallwirtschaft, Verwaltungsabläufe, Unterstützung der Bevölkerung oder Kommunikation während einer Krise. All diese Funktionen müssen auch im Falle einer Energieknappheit weiterlaufen können“, erklärt Carolina Da Cruz. Jede Kommune hat jedoch ihre eigenen Schwachstellen und spezifischen Merkmale. Die von LSC360 angebotene Unterstützung umfasst die Analyse der in der Region verfügbaren Ressourcen, um die am besten geeigneten Lösungen zu ermitteln: Solarenergie, Windkraft, Biomasse, Geothermie oder Fernwärmenetze. „Wir unterstützen die Kommunen auch bei der Beantragung von Fördermitteln, um diese Projekte zu verwirklichen“, sagt Carolina Da Cruz. Der Erfolg des Klimapakts hängt zudem von der Einbindung der Einwohner und lokalen Akteure ab. Der ökologische Wandel kann nicht allein von der Kommune vorangetrieben werden. „Bürger, Unternehmen, Organisationen, junge Menschen und Wirtschaftsakteure müssen in die Projekte einbezogen werden. Zudem tragen Klimateams, Bürgerforen und partizipative Prozesse dazu bei, diese Räume für den Dialog zu schaffen“, sagt Carine Kolber. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis für die Herausforderungen zu entwickeln und lokale Initiativen zu fördern, die die Widerstandsfähigkeit der Region nachhaltig stärken können.

Governance: der Schlüssel zum Erfolg

Nach mehr als zehnjährigem Bestehen des Klimapakts haben die Teams von LSC360 eine deutliche Zunahme der Reife der Kommunen beobachtet. „Jüngste Klimaereignisse, Energiekrisen und neue Förderprogramme haben das Bewusstsein der lokalen Entscheidungsträger schrittweise geschärft. Resilienz hat sich mittlerweile zu einem echten Governance-Thema entwickelt“, stellt Carine Kolber fest. Für LSC360 ist eine resiliente Kommune nicht eine, die Krisen entgeht, sondern eine, die in der Lage ist, diese zu antizipieren, ihre wesentlichen Dienstleistungen aufrechtzuerhalten und schnell wieder ein neues Gleichgewicht zu finden. Diese Fähigkeit beruht ebenso sehr auf Investitionen wie auf der Qualität der Organisation: Notfallpläne, Resilienzstrategien, Koordinierung der Dienstleistungen, Einbindung gewählter Vertreter und Bürgerbeteiligung. All diese Maßnahmen bilden die verschiedenen Säulen dieses Ansatzes. Um die Kommunen in diesem Prozess zu unterstützen, organisierte LSC360 im vergangenen Mai eine erste Workshop-Reihe zum Thema territoriale Resilienz. Eine zweite, vertiefende Phase wird bis Ende des Jahres stattfinden, um die Themen weiter zu erörtern und Handlungsprioritäten zu ermitteln. „Kommunen können eine breite Palette von Maßnahmen umsetzen. Doch ohne eine Vision, ohne Koordination und ohne Überwachung laufen sie Gefahr, an Wirksamkeit zu verlieren. Die Regierungsführung bleibt die wahre Grundlage der Resilienz“, fasst Tina Bayart zusammen.

Artikel veröffentlicht in „Lëtzbuerger Gemengen“ 274

Foto: Alain Bianco

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