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November 6, 2024

Nachhaltige Akustiklösungen: Fachwissen für eine umweltfreundliche Zukunft

Corinne Ballarini (LSC Engineering Group) berichtet über ihre Erfahrungen bei der Entwicklung nachhaltiger akustischer Lösungen. Die Akustik spielt eine wesentliche Rolle beim Bau und der Integration lokaler und biobasierter Materialien. Sie ist Teil eines Kreislaufwirtschaftskonzepts, das darauf abzielt, den CO2-Fußabdruck von Projekten zu reduzieren.

Die Akustikabteilung der LSC Engineering Group vereint Experten für Umwelt-, Industrie- und Architekturakustik. Das Team entwickelt Lösungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse seiner Kunden zugeschnitten sind und gleichzeitig hohen technischen und ökologischen Standards entsprechen. „Heute ist Nachhaltigkeit keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit“, betont Corinne Ballarini, Akustikerin bei Simon-Christiansen & Associés, einer Tochtergesellschaft der LSC Engineering Group, und unterstreicht die Bedeutung der Integration dieses ökologischen Bewusstseins in jedes Projekt.

Nachhaltige und innovative akustische Lösungen

LSC bevorzugt die Verwendung von biobasierten Materialien wie Hanf, Zellulose, Schafwolle und Holzderivaten. Diese Materialien sind nicht nur nachhaltig, sondern auch akustisch optimiert, um maximale Leistung zu bieten.

„Wir arbeiten so weit wie möglich mit lokalen Materialien, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern“, fährt Corinne Ballarini fort. So wird beispielsweise Schafwolle nur verwendet, wenn sie aus der Region stammt, wodurch die CO2-Emissionen begrenzt werden. Die Wahl von abnehmbaren und recycelbaren Produkten optimiert zudem die akustische Leistung von Gebäuden und reduziert gleichzeitig deren Umweltbelastung.

„Wir arbeiten daran, modulare akustische Trennwände und Strukturen zu optimieren, die leicht demontiert und wiederverwendet werden können, um so zur Reduzierung von Bauabfällen beizutragen.“

Corinne Ballarini, LSC Engineering Group

Bewusstsein im Bausektor

Im Laufe der Jahre hat das Interesse an nachhaltigen Materialien erheblich zugenommen. „Vor einigen Jahren war es noch schwierig, nachhaltige Produkte zu vermarkten. Heute wächst die Nachfrage nach zertifizierten Materialien, insbesondere aufgrund von Umweltkriterien in der Gebäudezertifizierung.“

Corinne Ballarini hat auch eine Veränderung bei den verwendeten Baumaterialien beobachtet. „Früher dominierte weitgehend Beton. Heute sehen wir immer mehr Projekte, bei denen Brettsperrholz (CLT) zum Einsatz kommt, was es uns erleichtert, umweltfreundliche akustische Lösungen anzubieten.“ Obwohl das Bewusstsein weit verbreitet ist, können wirtschaftliche Zwänge den systematischen Einsatz nachhaltiger Materialien immer noch behindern. „Holz kann manchmal zusätzliche Kosten im Vergleich zu Beton verursachen, was bedeutet, dass Kompromisse eingegangen werden müssen.“

Luxemburg vor seinen Nachbarn

Luxemburg zeichnet sich durch seine Unterstützung im Bereich der Akustik aus, insbesondere für Gebäude, die Lärm ausgesetzt sind, wie beispielsweise in der Nähe des Flughafens Findel.

„In Luxemburg gibt es spezielle Fördermittel zur Verbesserung der Akustik von Gebäuden, und wir arbeiten eng mit dem Energieministerium zusammen, um Renovierungen sowohl in energetischer als auch in akustischer Hinsicht zu optimieren.“

Corinne Ballarini, LSC Engineering Group

In Luxemburg wurde eine neue Akustiknorm, ILNAS 103-1:2022, eingeführt, die strenge Anforderungen an die Schalldämmung zwischen Wohnungen stellt. „Dies ist die erste Norm dieser Art in Luxemburg und ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner.“

Die wachsende Bedeutung des akustischen Komforts

Die Akustik ist in vielen Bereichen, darunter auch am Arbeitsplatz, zu einer Priorität geworden. „Die Nutzer legen zunehmend Wert auf akustischen Komfort. In Büros beispielsweise äußern die Menschen den Wunsch, die Gespräche ihrer Kollegen oder Umgebungsgeräusche nicht zu hören.“

Corinne Ballarini weist darauf hin, dass dieses Bedürfnis nach Komfort auch in öffentlichen Räumen wie Restaurants und Betriebskantinen deutlich wird. „Manchmal ist den Menschen gar nicht bewusst, dass es die Akustik ist, die ihren Komfort beeinträchtigt. Sie verlassen ein Restaurant müde, ohne zu wissen, dass der Lärm die Ursache dafür ist.“ Eine Verbesserung der Akustik in diesen Räumen schafft eine angenehmere Atmosphäre, auch wenn der Unterschied nicht immer bewusst wahrgenommen wird.

Akustik im Mittelpunkt von Renovierungsprojekten

Angesichts der Wohnungskrise und der Notwendigkeit, bestehende Gebäude zu sanieren, boomt die Renovierungsbranche. „Heute sprechen wir mehr über Renovierung als über Neubau. Die Sanierung leerstehender Gebäude oder die Änderung ihrer Funktion ist eine große Herausforderung, da dadurch die Entstehung von neuem Bauschutt begrenzt wird.“

Die Akustik spielt bei diesen Projekten eine grundlegende Rolle. „Wenn wir ein Gebäude renovieren oder seine Nutzung ändern, ist es entscheidend, die bestehende Struktur zu bewerten, um zu bestimmen, wie die Schalldämmung optimiert werden kann. Wir können Trennwände, Zwischenwände oder Zwischendecken einbauen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.“

Ein ganzheitlicher Ansatz bei LSC

Was LSC auszeichnet, ist sein multidisziplinärer Ansatz.

„Wir haben das Glück, mit Experten aus den Bereichen Tragwerksplanung, Wärmetechnik und anderen Disziplinen zusammenarbeiten zu können, wodurch wir umfassende, optimierte Lösungen anbieten können. Diese interne Zusammenarbeit ist ein echter Vorteil bei der Planung nachhaltiger Projekte.“

Dank dieses ganzheitlichen Ansatzes integriert LSC akustische, thermische und bauliche Lösungen harmonisch, um nachhaltige Gebäude zu entwerfen, die den ökologischen Herausforderungen von morgen gerecht werden.

Interview von Sébastien Yernaux.

Artikel veröffentlicht in InfoGreen Luxembourg

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