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Januar 9, 2026

Immobilien und Industrie – LSC360 zieht Bilanz.

Jeder Wirtschaftssektor hat seine eigenen Herausforderungen. Während der Immobilienmarkt Schwierigkeiten hat, sich zu erholen, muss sich die Industrie ihrerseits wandeln, um ihre Umweltbilanz zu verbessern. Ingenieurbüros wie LSC360 sind wichtige Partner, um diese Herausforderungen zu meistern. Treffen mit Carl-Taro Kleefisch, dem Geschäftsführer des Unternehmens.

  • Wie ist die aktuelle Lage auf dem Wohnungsmarkt im Großherzogtum?

Carl-Taro Kleefisch: Nach mehreren schwierigen Jahren hat sich dieser Markt im Jahr 2025 weiter allmählich erholt, wenn auch noch in moderatem Umfang. Die Transaktionen nehmen zu, getragen von verbesserten Finanzierungsbedingungen und dem Interesse der Investoren an energieeffizienten Immobilien. Während letztere sehr attraktiv sind, lassen sich schlecht konzipierte oder aus energetischer Sicht „rückständige” Gebäude nur schwer verkaufen.

Es ist auch festzustellen, dass der Mietmarkt trotz der Initiativen der Gemeinden und der sozialen Immobilienprojekte weiterhin sehr angespannt ist. Die Mieten sind nach mehreren Jahren mit kontinuierlichen Steigerungen sehr hoch, aber stabil.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Signale ermutigend sind, eine Konsolidierung des Marktes eingesetzt hat, aber noch viele strukturelle Herausforderungen bestehen. Die Aussichten sind daher positiv, wenn auch weiterhin fragil.

 

  • Wie haben Ihre Kunden reagiert? Wie hat sich dies auf Ihre Geschäftstätigkeit ausgewirkt?

CK: Unsere Kunden kommen zu gleichen Teilen aus dem öffentlichen und privaten Sektor. Ihre Reaktionen waren unterschiedlich. Öffentliche Akteure wie die SNHBM haben ihre Verpflichtungen zur Förderung des Wohnungsbaus, ihre Konsultationen und Initiativen aufrechterhalten. Eine der größten Herausforderungen für die Zukunft könnte jedoch die Verknappung verfügbarer Grundstücke sein, die ihre mittel- bis langfristigen Ambitionen bremsen könnte.

Was die privaten Kunden betrifft, so ist das Bild kurzfristig weniger erfreulich. Bauprojekte werden oft um mehrere Monate oder sogar Jahre verschoben.


  • Wie haben Sie Ihre Strategie angepasst, um diese Kunden noch besser bedienen zu können?

CK: Unsere Positionierung ist klar: Mehr denn je sind wir der Partner unserer Kunden und bereit, nachhaltige und innovative Lösungen zu entwickeln. LSC360 steht ihnen zur Seite, um sie sicher durch die regulatorischen Veränderungen zu begleiten.

Wir haben unsere Fusion im letzten Jahr genutzt, um unsere Dienstleistungen neu zu strukturieren und effizienter zu gestalten. Davon profitieren natürlich unsere Kunden, und zwar auf verschiedenen Ebenen.

Unsere Strategie basiert nach wie vor auf einer starken Diversifizierung unserer Aktivitäten. Daher hat uns die Abschwächung des Immobilienmarktes nicht in unserer Entwicklung behindert.

  • Welchen Stellenwert hat die Industrie unter den verschiedenen Tätigkeitsbereichen?

CK: Die Industrie war für uns schon immer mehr als wichtig. Bevor er 1977 unser Büro gründete, arbeitete Herr Christiansen als Ingenieur in einem Bauunternehmen mit einem internen Planungsbüro. Diese Struktur war besonders aktiv in der Planung und Umsetzung von Industrieprojekten, insbesondere im Stahlsektor. Dieses Erbe und diese Leidenschaft für das Ingenieurwesen wurden vollständig in das damals neu gegründete Unternehmen integriert und sind heute ein wesentlicher Bestandteil der DNA von LSC360. Konkret macht die Industrie etwa 15 % unseres Umsatzes aus, ein Ergebnis, das stetig steigt. Ein großer Teil unserer Teams beschäftigt sich übrigens mit diesen Themen.
Der Transformationsbedarf dieser Akteure wird in der Tat immer größer, insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeit. Dies erfordert Investitionen und eine solide Begleitung unsererseits.

 

  • Was macht den Industriesektor in Luxemburg so besonders?

CK: Sowohl im Großherzogtum als auch in der Großregion ist die Dynamik des Industriesektors stark, er ist eine wesentliche Säule des wirtschaftlichen Wandels.

Es ist übrigens sehr wahrscheinlich, dass dieser Sektor in zehn Jahren aufgrund seiner Entwicklung nicht mehr wiederzuerkennen sein wird. Für uns ist das natürlich eine Chance. Die Unternehmen, die wir betreuen, verfügen intern nicht über die personellen oder technischen Ressourcen, um die von uns angebotenen spezifischen Dienstleistungen umzusetzen.

 

  • Welchen Ansatz und welche Dienstleistungen bieten Sie ihnen konkret an?

CK: Es handelt sich um einen integrierten und multidisziplinären Engineering-Ansatz mit sehr hohen technischen Anforderungen, sei es in Bezug auf statische Untersuchungen, Bauingenieurwesen, Sicherheit oder Bauleitung, um nur einige Bereiche zu nennen. Unser Mehrwert liegt in der Fähigkeit, diese Fachkenntnisse innerhalb einer einzigen Struktur miteinander zu verknüpfen und so in jeder Phase des Projekts technische und methodische Kohärenz zu gewährleisten. Diese Querschnittsfunktion ermöglicht es uns, Einschränkungen zu antizipieren, Fristen zu optimieren und immer nachhaltigere und innovativere Lösungen anzubieten. Selbstverständlich gehören Umweltstudien und behördliche Audits zu den wichtigsten Dienstleistungen, die wir unseren Kunden anbieten.

Diese Kompetenzen, kombiniert mit einer genauen Kenntnis des rechtlichen Rahmens und der Herausforderungen der Nachhaltigkeit, ermöglichen es uns, sie bei der Einhaltung der Umwelt-, Energie- und Sicherheitsvorschriften ihrer Projekte wirksam zu unterstützen.

Es ist dieses umfassende und vernetzte Kompetenzspektrum, unterstützt durch modernste Werkzeuge und einen interdisziplinären Ansatz, das uns zweifellos auf dem Markt auszeichnet. LSC360 liefert nicht nur technische Antworten, sondern eine globale und kohärente Vision im Dienste leistungsfähigerer, verantwortungsbewussterer und nachhaltigerer Projekte.

  • Wie will sich LSC360 in Zukunft in Bezug auf die beiden Sektoren Industrie und Wohnungsbau positionieren?

CK: Unsere Stärke liegt in der Komplementarität und Vielfalt unserer Tätigkeitsbereiche. LSC360 deckt die gesamte Wertschöpfungskette von Immobilienprojekten ab: von der Stadtplanung über die technische Planung bis hin zu Umweltstudien, Mobilität und dem Management der Schnittstellen zwischen öffentlichen und privaten Akteuren. Dieser integrierte Ansatz ermöglicht es uns, Immobilienentwickler und Bauträger in jeder Phase ihrer Projekte mit einer ganzheitlichen und kohärenten Vision effizient zu begleiten.
Was den Industriesektor betrifft, so ist unser Ziel klar: Wir wollen unsere Position festigen und unsere Präsenz in den kommenden Jahren ausbauen, indem wir unser technisches Know-how und unsere Innovationskraft nutzen.

  • Und ganz allgemein: Welche strategischen Initiativen werden derzeit geprüft?

CK: LSC360 investiert massiv in Innovation und die Entwicklung technischer Lösungen, um den Anforderungen und Herausforderungen der kommenden Jahre gerecht zu werden. Diese Investitionen betreffen vor allem Fragen der Nachhaltigkeit, aber nicht nur. Diese Strategie verfolgen wir bereits seit mehreren Jahren, sie trägt Früchte und wir werden sie daher auch in Zukunft beibehalten. Wir integrieren auch künstliche Intelligenz in unsere Ansätze, um die Präzision zu verbessern, Prozesse zu optimieren und die Gesamtleistung zu steigern.

Wir möchten auch unser Netzwerk bevorzugter Partner auf nationaler und internationaler Ebene ausbauen. Mit anderen Worten: Wir gründen derzeit gemeinsam mit unseren Partnern mehrere Tochtergesellschaften in Deutschland, an denen wir Minderheitsanteile halten. Wir suchen Partner mit ergänzenden Fachkenntnissen, die es beiden Seiten ermöglichen, sich auf den verschiedenen Märkten noch besser zu positionieren. Dazu gehören insbesondere die osteuropäischen Länder.

Artikel erschienen in Lëtzebuerger Gemengen #270 – Foto: Yves Cortum

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