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Alain Wagner ist ausgebildeter Ingenieur und bereits seit 26 Jahren bei LSC360 tätig. Als Geschäftsführer verkörpert er eine tief verwurzelte Vision von Unternehmertum, die Innovation, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz miteinander verbindet. Porträt eines wichtigen Akteurs des ökologischen Wandels.
Im Laufe des Gesprächs zeigt sich Alain Wagner als Mann mit vielen Facetten: Als Unternehmer, Humanist, rigoroser Techniker und guter Zuhörer verkörpert er eine Balance zwischen Führungsstärke und Engagement. „Ich glaube, man muss zuhören können, Beziehungen aufbauen und vor allem vorankommen“, fasst er mit Blick auf die Zukunft zusammen. Und genau diese Idee der Bewegung – persönlich, kollektiv und strukturell – zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere.
Er begann seine Karriere 1999 bei Simon-Christiansen & Associés, nachdem er gerade sein Studium des Bauingenieurwesens in Aachen abgeschlossen hatte. Das damals kleine Planungsbüro wuchs nach und nach zu einer landesweiten Gruppe heran. Alain Wagner begleitete die Entwicklung des Unternehmens und nahm sie sogar vorweg.
Vom Ingenieurwesen zur Unternehmensführung: ein langfristiges Engagement
„Ich habe als Berechnungsingenieur im Hochbau angefangen. Dann wurde ich Partner, dann Abteilungsleiter, dann Geschäftsführer“, erzählt er ohne übertriebenen Stolz. Im Jahr 2020 war er Mitbegründer von Devolux, einem Unternehmen, das sich dem Projektmanagement und der Bauleitung widmet. Drei Jahre später war er an der Fusion der verschiedenen Unternehmenseinheiten der Gruppe zu LSC360 beteiligt. Seit November 2024 leitet er das Unternehmen gemeinsam mit Carl-Taro Kleefisch und Myriam Hengesch. „Wir sind zu dritt an der Spitze. Drei unterschiedliche Persönlichkeiten mit sich ergänzenden Stärken.“
Diese berufliche Stabilität ist keineswegs Routine, sondern Ausdruck eines starken Engagements.
„26 Jahre am selben Ort zu bleiben, ist eine Entscheidung. Es ist ein Zeichen für ein Umfeld, in dem man sich neu erfinden kann.“
Für ihn bedeutet das konkrete Maßnahmen: ein Niedrigenergiehaus, die Nutzung erneuerbarer Energien, sanfte Mobilität. „Das ist keine Modeerscheinung, sondern eine persönliche Verpflichtung.“
Und bei LSC360 ist diese Verpflichtung strukturell verankert: systematische CO2-Bilanzen, Kreislaufwirtschaft, Wiederverwendung von Materialien, kurze Lieferketten zur Begrenzung des Transport-Fußabdrucks.
„Wir reißen nicht mehr ab, wir dekonstruieren. Wir erstellen Materialinventare und planen deren Wiederverwendung. Das ist nicht nur eine gute Absicht, sondern vertraglich festgelegt.“ Bei jedem Projekt wird Nachhaltigkeit im Vorfeld berücksichtigt. „Wir integrieren diese Logik bereits in der Entwurfsphase. Das ist Teil unserer DNA.“
Soziale Verantwortung: ein Hebel für Leistung
Diese Kultur der Nachhaltigkeit beschränkt sich nicht nur auf Gebäude. Sie durchdringt auch das Personalmanagement. „Ökologie ist auch sozial. Ein Mitarbeiter, der gut behandelt wird, ist engagierter und leistet mehr. Das ist gesunder Menschenverstand. LSC360 hat eine ehrgeizige Personalpolitik verabschiedet: Umstellung auf eine zu 100 % elektrische Fahrzeugflotte bis 2030, umfassendes Recycling, kontinuierliche Weiterbildung und Fokus auf geistiges und körperliches Wohlbefinden.
„Wir bieten Yoga-Kurse, Massagen und sogar Coaching an. Das ist gar nicht so kompliziert zu organisieren, und der Ertrag ist enorm. Die Menschen sind motiviert, und das zeigt sich auch. Sogar unsere Kunden sagen uns das.“
Das Unternehmen schätzt auch Freiheit und Eigeninitiative: einen erfolgreichen Fußballverein, die Teilnahme an Wohltätigkeitsläufen, interne Veranstaltungen und eine Weihnachtsbaum-Solidaritätsinitiative. „Wir fördern auch ehrenamtliches Engagement. Unsere Mitarbeiter können einen Teil ihrer Arbeitszeit für Vereine aufwenden.“
Die Weiterbildung ist ein weiterer wichtiger Pfeiler. „Wir sind auch ein zertifiziertes Ausbildungszentrum. Unsere Mitarbeiter können sich frei weiterbilden, und sogar Mitarbeiter von außerhalb kommen zu uns.“ In Kürze wird ein neuer obligatorischer Weiterbildungskurs zum Thema Prioritätenmanagement eingeführt. „Viele fühlen sich überfordert, nicht durch die Arbeitsbelastung, sondern durch die fehlende Priorisierung von Aufgaben. Wir möchten ihnen die richtigen Werkzeuge an die Hand geben.“
Luxemburg und Europa – gemeinsam vorankommen
Auf die Frage nach der Position Luxemburgs im ökologischen Wandel bleibt Alain Wagner zurückhaltend, aber optimistisch. „Ich denke, wir sind ziemlich gut aufgestellt. Die Regierung reagiert schnell und europäische Richtlinien werden oft gut umgesetzt. Aber es gibt noch viel zu tun, wie überall sonst auch.“
Er betont den kollektiven Charakter der Herausforderung.
„Es geht nicht um ein Unternehmen, ein Land oder eine Regierung. Es geht um alle, auf jeder Ebene. Von Einzelpersonen bis hin zu Politikern. Wenn wir nicht alle an einem Strang ziehen, werden wir keinen Erfolg haben.“
In seinen Gesprächen mit Kunden hat er einen Paradigmenwechsel festgestellt. „Selbst diejenigen, die Logistiklager bauen, kommen mit Umweltanforderungen, weil ihre eigenen Kunden sie dazu drängen.“ Der Endverbraucher, selbst diejenigen, die ein Paar Schuhe online kaufen, beeinflussen die Kette.
„Heute kann niemand mehr kurzfristig denken. Ökonomie und Ökologie stehen nicht mehr im Widerspruch zueinander, sondern entwickeln sich gemeinsam weiter.“
Artikel veröffentlicht in Infogreen, verfasst von Sébastien Yernaux